Viele Eltern kennen Allergierisiko ihres Babys nicht

"Jedes dritte Baby in Deutschland kommt mit einem erhöhten Allergierisiko zur Welt. Doch nur elf Prozent der jungen Eltern wissen einer Befragung1 zufolge, dass ihr Kind allergiegefährdet ist", weist die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) in einer Pressemitteilung auf ein Informationsdefizit bei vielen  Eltern hin. Demnach seien etwa zwei von drei betroffenen Familien nicht ausreichend über das Thema informiert und verpassen möglicherweise die Chance, rechtzeitig allergievorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Dabei könne ein Allergiecheck in nur zwei Minuten Klarheit schaffen.

Idealerweise klären bereits Frauenärztin, Frauenarzt oder Hebamme werdende Mütter über das Allergierisiko ihres Kindes auf. So können sich die Frauen bereits in der Schwangerschaft darauf einstellen und außerdem frühzeitig das Personal der Geburtsstation informieren. Bei erhöhter Allergiegefahr ist es besonders wichtig, dass Neugeborene von der ersten Mahlzeit an voll gestillt werden. Für den Fall, dass das nicht klappt, sollte eine klinisch geprüfte hypoallergene (HA) Säuglingsnahrung bereitstehen. Herkömmliche Milchnahrung dürfen Babys mit erhöhtem Allergierisiko nicht trinken, da Kuhmilcheiweiß Allergien provozieren kann. „Schon ein Fläschchen könnte alle späteren Bemühungen um eine allergenarme Ernährung zunichtemachen“, warnt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V.

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Ein guter Zeitpunkt, um das Thema Allergierisiko noch einmal zur Sprache zu bringen, ist die U3 zwischen der vierten und fünften Lebenswoche. Dort sollten Mütter ermuntert werden, ihr Kind bis zum Ende des vierten Lebensmonats zu stillen oder konsequent HA-Nahrung zu geben. Dass sich das lohnt, zeigt eine aktuelle Studie2: So kann mit einer geeigneten HA‑Nahrung etwa das Risiko, bis zum zwanzigsten Lebensjahr an Neurodermitis zu erkranken, um 41 Prozent gesenkt werden.

Allergiecheck: So geht‘s

Allergietest oder -check klingt aufwändiger, als es ist. Es wird lediglich abgefragt, ob (werdende) Mutter, Vater oder Geschwisterkind an Neurodermitis, Asthma, allergischem Schnupfen oder Nahrungsmittelallergie leiden. Damit lässt sich Allergierisiko für das jüngste Familienmitglied einschätzen. „Mit dem Ergebnis dürfen die Betroffenen natürlich nicht allein gelassen werden“, betont Hackler. „Teil des Allergiechecks muss eine Beratung über präventive Maßnahmen sein.“ Dazu gehören neben konsequent hypoallergener Ernährung in den ersten vier Lebensmonaten außerdem Nichtrauchen, ein schadstoffarmes Wohnumfeld, die Vermeidung von Übergewicht beim Kind sowie die empfohlenen Impfungen.3

Weitere Informationen zum Allergierisiko, vorbeugenden Maßnahmen und Ernährungstipps von der Schwangerschaft bis zum ersten Familienessen stellt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. in der Broschüre „Allergien vorbeugen – gesunde Entwicklung fördern“ sowie auf der Website www.dha‑allergien‑vorbeugen.de zur Verfügung. Die Broschüre kann postalisch oder im Internet kostenfrei angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn.

1 Online-Befragung von 600 Eltern mit Babys 0-12 Monate im Januar-Februar 2021 bundesweit, durchgeführt von einem führenden Marktforschungsinstitut.

2 Gappa M et al. Long‐term effects of hydrolyzed formulae on atopic diseases in the GINI study, 2020 Dec 15. doi: 10.1111/all.14709

3 S3-Leitlinie Allergieprävention - Update 2014 Evidence-based and consented guideline on allergy prevention – update 2014 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)

 

Als Atopie werden bestimmte allergische Erkrankungen mit einer Überempfindlichkeit auf eigentlich harmlose Substanzen bezeichnet. Neurodermitis (atopische Dermatitis) und auch allergische Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen) gehören dazu.

Als Atopie werden bestimmte allergische Erkrankungen mit einer Überempfindlichkeit auf eigentlich harmlose Substanzen bezeichnet. Neurodermitis (atopische Dermatitis) und auch allergische Rhinitis (Heuschnupfen) gehören dazu. Zum atopischen Formenkreis zählen zudem Asthma, allergischer Schnupfen mit Bindehautentzündung (Rhinokunjunktivitis) und Hausstaubmilbenallergie. Diese Erkrankungsformen können entweder allein, nacheinander oder gleichzeitig auftreten.

Quelle: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.  -  www.dha-allergien.de  -  05/2021

Vorbeugung bei Babys

Zu den bekanntesten Neurodermitis-Auslöse-Faktoren zählen:

Das Abstillen.

Beginn der Beikost: Dies umfasst alles, was zugefüttert wird.

Das Stillen bis zum 6. Lebensmonat, ohne Zufütterung von Fremdeiweißstoffen, gilt als beste Vorbeugung gegen allergischen Erkrankungen.
Das Stillen bis zum 6. Lebensmonat gilt als beste Vorbeugung gegen allergischen Erkrankungen.

Primär vorbeugen gegen Neurodermitis und generell gegen Allergien

Muttermilch ist die ideale Ernährung in den ersten Lebensmonaten.
Muttermilch ist die ideale Ernährung in den ersten Lebensmonaten.

Ernährungsempfehlungen Babys:


Stillen Sie das Baby mindestens 4 Monate.

Füttern Sie Beikost frühestens ab vollendetem 4. Monat.

Vermeiden Sie, dass das Neugeborene auf der Neugeborenenstation versehentlich mit Fremdprotein (Muttermilchersatz mit Kuhmilch oder Soja) zugefüttert wird.

Ausführliche Informationen zum Thema Stillen/Muttermilch finden Sie hier.

 

An die Umgebung denken:


Rauchen Sie nicht in der Wohnung und vermeiden Sie, dass Ihr Baby passiv Tabakrauch einatmen muss!

Verzichten Sie auf Katzen als Haustiere.

Film über Neurodermitis für Kinder

Emilia hat Neurodermitis - ein kurzer, kindgerechter Film zum Thema Neurodermitis.

Warum juckt es eigentlich?

Juckreiz entsteht bei Neurodermitis durch eine gestörte Schutzfunktion der Haut.

Neurodermitis + Impfungen

Es wird empfohlen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Neurodermitis nach STIKO-Empfehlungen regulär zu impfen. Bei akuter Verschlechterung des Hautzustandes wird jedoch geraten, Impfungen bis zur Stabilisierung des Hautbefundes zu verschieben.

Lese-Empfehlung

Jucken ade – Richtig essen bei Neurodermitis

Was tun gegen Hausstaubmilben?

Der Kot von Hausstaubmilben ist eine der häufigsten Allergie auslösenden Substanzen: