Neurodermitis ist weder ansteckend noch übertragbar

Neurodermitis gehört zu den Krankheiten, die weder übertragbar noch ansteckend sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Hauterkrankungen (siehe unten) ist Neurodermitis nicht durch Speichel, Blut, Tröpfchen (beim Niesen oder Husten infizierter Personen hinausgeschleudert) oder auf andere Weise übertragbar. Denn es gibt keine Neurodermitis-Viren als Krankheitserreger: Deshalb brauchen Eltern gesunder Kinder generell keine Befürchtungen zu haben, wenn ihre Sprösslinge mit Kindern spielen, die Neurodermitiker sind. Allerdings ist Neurodermitishaut meist anfälliger für Infektionen durch Viren und Bakterien als gesunde Haut. 

Neurodermitis hat viele Namen

Bei der weit verbreiteten Hauterkrankung die außer Neurodermitis etliche andere  Bezeichnungen hat (siehe unten), handelt sich -  ähnlich wie bei Allergien - um eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Neurodermitis ist aber keine Allergie. Bei Allergien  reagiert der Körper auf ganz bestimmte Substanzen, die sogenannten Allergene, überempfindlich. 

Als gesichert gilt, dass genetischen Faktoren bei der Entstehung der Neurodermitis eine entscheidende Rolle zukommt. Vererbt wird jedoch nicht die Neurodermitis, sondern die Veranlagung, eine allergische Erkrankung oder speziell Neurodermitis zu bekommen. Allerdings müssen auch noch andere Faktoren bei der Entstehung beteiligt sein, denn nicht jedes Kind mit allergischen Eltern ist betroffen. Andererseits bekommen auch viele Kinder, bei denen beide Elternteile nicht betroffen sind, Allergien oder Neurodermitis.  Vermutet werden auch psychische Wesensmerkmale und Umweltfaktoren als Ursachen.

Typisch für die chronisch-entzündliche Hauterkrankung ist, dass sie in Schüben auftritt. Doch auch in den scheinbar „gesunden“ Phasen dazwischen kommt die Haut nie ganz zur Ruhe: So lassen sich sogenannte Mikroentzündungen nachweisen, die durch Provokationsfaktoren (z.B. Allergene oder Stress) einen Schub fördern und somit die Symptome wieder deutlich sicht- und spürbar werden lassen. Neurodermitis gilt nach dem aktuellen medizinischen Erkenntnisstand als nicht heilbar, jedoch lassen sich die Symptome wie Juckreiz und schuppige Haut deutlich mindern.

Neurodermitis wird auch bezeichnet als:

  • atopisches Ekzem
  • atopische Dermatitis
  • endogenes Ekzem
  • Asthmaekzem
  • Beugen-Ekzem
  • Neurodermitis disseminata
  • Neurodermitis diffusa
  • Neurodermitis constitutionalis
  • Neurodermitis atopica
  • konstitutionelles Ekzem
  • Prurigo Besnier
  • neurogene Dermatose
  • neuropathisches Ekzem

Die Bezeichnung „Neurodermitis“ stammt aus dem 19. Jahrhundert. Mediziner vermuteten damals, dass Nervenentzündungen die Hauterkrankung auslösten. Das war aber ein Irrtum: Trotzdem blieb es bei der immer noch weit verbreiteten Verwendung des Begriffs Neurodermitis. Die von Medizinern verwendeten Bezeichnungen „atopisches Ekzem“ oder „endogenes Ekzem“ treffen dagegen den aktuellen Wissensstand: „atopisch“  beutetet im medizinischen Sprachgebrauch  „überempfindlich“. Das Wort Ekzem („Aufgegangenes“), bezieht sich auf den äußerlichen Zustand der Haut,  „endogen“ („von innen“) auf innere Vorgänge. 

Wie Neurodermitis ist auch die Hauterkrankung Akne keine Infektionskrankheit, also weder ansteckend noch übertragbar. Zwar sind bestimmte Bakterien eine Ursache der Akne-Pickel, allerdings kommen diese Mikroorganismen auch auf gesunder Haut vor und werden nicht von Person zu Person übertragen.Ebenfalls ist die  Schuppenflechte (Psoriasis) eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist. Die Schuppenflechte ist überwiegend erblich bedingt, wird aber oft erst durch Umwelteinflüsse ausgelöst.

 

Ansteckende Hautkrankheiten

Es gibt aber auch mehrere Hautkrankheiten, die ansteckend sind:

Dazu zählen:

- Pilzinfektionen der Haut: Übertragung durch Hautkontakt oder oder durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen.

- Virusinfektionen, z.B. durch das Herpes-simplex-Virus. oder Dellwarzen.

  • auch Windpocken, ausgelöst durch Varizella-zoster-Viren, zählen zu den Virusinfektion. 
  • Windpocken-Viren sind auch Auslöser der sogenannten Gürtelrose 

- Krätze (Scabies): durch bestimmte Milben (Sarcoptes scabiei) ausgelöst. Übertragung durch engen Hautkontakt. Die Parasiten bohren sich in die Haut und legen dort Eier ab. Typische Symptome sind starker Juckreiz und deutlich sichtbare Hautbildveränderungen.

 

 

Quellen:

https://www.dha-neurodermitis.de/presse/154-das-brodeln-unter-der-oberflaeche.html

http://www.gegen-neurodermitis.de/neurodermitis-ansteckend/https://www.navigator-medizin.de/

https://www.allgemeinarzt-online.de/kinder/a/neurodermitis-beim-kind-1797032

http://www.ratgeber-hautkrankheit.de/chronische-hautkrankheiten/schuppenflechte/

Warum juckt es eigentlich?

Juckreiz entsteht bei Neurodermitis durch eine gestörte Schutzfunktion der Haut.

Mehr lesen

Neurodermitis + Impfungen

Es wird empfohlen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Neurodermitis nach STIKO-Empfehlungen regulär zu impfen. Bei akuter Verschlechterung des Hautzustandes wird jedoch geraten, Impfungen bis zur Stabilisierung des Hautbefundes zu verschieben.

Mehr lesen

Neurodermitis + Sport

Grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn auch Neurodermitiker Sport treiben. Allerdings sollten einige Dinge beachtet werden, damit sich sportliche Betätigung nicht negativ auf den Hautzustand auswirkt.

Mehr lesen

Neurodermitis in der kalten Jahreszeit.

Worauf Neurodermitiker im Herbst und im Winter achten sollten.

Mehr lesen