Auslöser / Provokationsfaktoren

Neurodermitis ist eine Krankheit, deren Symptome sich in Schüben zeigen. Dies passiert nicht willkürlich und zufällig. Bestimmte Einflüsse - sogenannte  Provokationsfaktoren - lösen die Symptome aus. So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich können auch diese Auslöser sein.

Der erste Schritt in der Behandlung der Neurodermitis sollte sein, diese Faktoren zu ergründen. Einigen Einflüssen stehen Betroffene sicherlich machtlos gegenüber, andere hingegen können Patienten gezielt vermeiden. Und wer die Faktoren kennt und  sie im Alltag berücksichtigt, hat schon viel gewonnen.
Für ein besseres Selbstmanagement bei Neurodermitis kann es hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, z.B. mit der kostenlosen AtopiCoach-App von Eucerin®. Sie speichert Text-Einträge und Fotos systematisch, erstellt Übersichten und liefert wertvolle Informationen rund um die Erkrankung - immer und überall.


      

Neurodermitits ist nicht heilbar und die Haut ist nie wirklich gesund, trotzdem können Betroffene lange symptomfreie Phasen erleben. In schubfreien Phasen weist die Haut von Neurodermitikern eine leicht verlaufende (subklinische) Entzündung auf. Diese ist unsichtbar, kann aber anhand einer erhöhten Zahl von Entzündungszellen diagnostiziert werden. Die Haut befindet sich dann in einer Art Warteschleife. Entzündungsprozesse können jederzeit durch sogenannte Provokationsfaktoren ausgelöst werden. Der Zustand der Haut verschlechtert sich dann auch deutlich sichtbar.

Von Patient zu Patient können die Provokationsfaktoren sehr unterschiedlich sein. In einem Tagebuch sollten deshalb Veränderungen des Hautbildes möglichst ausführlich dokumentiert werden, d.h. alle Speisen, Tragen neuer Kleidung, schweißtreibende Tätigkeiten, Luftveränderungen, Stress-Situationen etc. genauestens beschrieben werden. Dafür kann die Nutzung einer App hilfreich sein, z. B. www.AtopiCoach.de. Die Aufzeichnungen können helfen, die Faktoren (beispielsweise allergieauslösende Substanzen) einzugrenzen und zu bestimmen. Dann kann zusammen mit einem Hautarzt ein Plan erstellt werden, um weiteren Neurodermitis-Schüben vorzubeugen und Symptome wie Juckreiz zu lindern.


Mögliche Provokationsfaktoren sind:

- Falsche oder unzureichende Hautpflege: Die Haut der Neurodermitiker braucht viel Pflege. Wird sie nicht regelmäßig mit Fett und Feuchtigkeit versorgt, trocknet sie noch stärker aus. Übermäßige Hautreinigung wie ausgiebiges Baden oder heißes Duschen fördert ebenfalls die Hauttrockenheit und belastet die Hautbarriere zusätzlich.

- Allergien: Viele Neurodermitispatienten haben auch eine Allergie. Der Kontakt mit den Allergenen (Stoffe, die eine Allergie hervorrufen) kann) einen Neurodermitis-Schub auslösen. Nahrungsmittelallergene bei Kindern sind oft Kuhmilch- und Hühnerei-Eiweiß, Soja, Weizen, Haselnüsse, Erdnüsse und Fisch. Darüber hinaus können allergische Reaktionen auf Pollen, Hausstaubmilben (u.a. inTeppichböden, Vorhänge, Plüschtieren), Tierhaare (z.B. Katze, Pferd, Meerschweinchen, Rosshaarmatratzen, Lammfelle, Federbetten) und Schimmelpilze Neurodermitis-Schübe provozieren und verstärken.
Gleiches gilt für Wasch- bzw. Reinigungsmittel, beispielsweise Waschhilfsmittel zum Einweichen (Vorwaschen), Spülen oder Bleichen von Kleidungsstücken.

- Schwitzen kann den Juckreiz verstärken.

- Reizungen durch Kleidung: Wollfasern, die auf der Haut kratzen oder reiben sowie zu enge Kleidung oder luftundurchlässige Materialien, die zu einem Wärmestau führen, können die Haut reizen und den Juckreiz verstärken. Bei der Wahl der Kleidung sollte auf verträgliches Material geachtet werden, um Hautirritationen zu vermeiden. Es gibt speziell beschichtete Fasern, die einen positiven Krankheitsverlauf unterstützen:
Achtung! Auch neue, noch nicht gewaschene Kleidung kann eine Hautsymptomatik auslösen, daher sollte Kleidung, aber auch Bettwäsche, Handtücher etc. vor dem ersten Tragen gewaschen werden.

- Bei Kontakt zu Babys und Kleinkindern auch an die eigene Kleidung denken, denn  beim Kuscheln und Tragen des Kindes können bestimmte Textilien der Erwachsenen Auslöser für Hautirritationen beim Nachwuchs sein.

- Aktives und passives Rauchen kann Neurodermitis-Schübe auslösen oder verstärken.

- Klima und Jahreszeit: Beides beeinflusst die Hauttrockenheit. Hitze, extreme Sonne, starke Temperaturschwankungen, geringe Luftfeuchtigkeit, kaltes Winterwetter oder trockene Heizungsluft können der Hautbarriere schaden und zur Verschlechterung der Neurodermitis führen.

- Emotionale Faktoren: Positiver wie negativer Stress wirkt sich auf das Immunsystem aus. In psychischen Belastungssituationen werden Botenstoffe ausgeschüttet, die zu verstärktem Juckreiz und einer Verschlechterung des Hautbildes beitragen können. Stress in Schule bzw. im Beruf, Konflikte mit Partnern, Angst, Trauer, aber auch dauerhafte Langeweile können negative Folgen haben.

- Hormonelle Faktoren: Schwangerschaft, Menstruation, Menopause

- Hautinfektionen (mikrobielle Faktoren): ausgelöst durch Viren, Bakterien oder Pilze: Krankheitserreger stimulieren das Immunsystem und können Hautentzündungen erheblich verstärken. Bei Verdacht auf eine Infektion, sollte immer umgehend ein Hautarzt zu Rate gezogen werden.

 

Quellen: http://www.neurodermitistherapie.info/grundlagen/ursachen.htm
Springer International Publishing AG:
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-71974-5_17
Kassenärztliche Vereinigung Berlin:
https://kvberlin.de/30patienten/60gesundheitsratgeber/neurodermitis/10teil2.html
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/neurodermitis.html
 

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