Mittel gegen Neurodermitis

Grundsätzlich sollte eine medizinische Pflege mit einer geringen Anzahl ausgewählter, gut dokumentierter Inhaltsstoffe verwendet werden. Auch sollten die Produkte keine Duft- und Farbstoffe enthalten, da diese die Haut zusätzlich reizen können. Besonders bewährt in der medizinischen Pflege bei Neurodermitis haben sich folgende Wirkstoffe:

Omega-6-Fettsäuren (Linol- und Gammalinolensäure)
Sie gehören zu den essentiellen Fettsäuren und werden beispielsweise aus natürlichem Nachtkerzensamenöl und Traubenkernöl gewonnen. Sie gleichen den bei Neurodermitikern festgestellten Mangel an hauteigenen Omega-6-Fettsäuren in der Hautbarriere aus und stärken somit den hauteigenen Barriereschutz. Omega-6-Fettsäuren pflegen und stabilisieren die Haut und weisen zudem antimikrobielle Eigenschaften auf. So konnte in Untersuchungen nachgewiesen werden, dass sich neben der Verbesserung des Hautbildes auch eine Reduzierung der pathogenen Staphylokokken (auf der Haut lebende Bakterien) einstellte, die auf Neurodermitikerhaut vermehrt vorkommen und Hautinfektionen auslösen können.

Licochalcone
Für den Wurzelextrakt der Pflanze Glyceryrrhiza inflata (Licochalcone) wurde an Hautzell-Kulturen eine entzündungslindernde Wirkung nachgewiesen. Rötungen und Schwellungen werden gemindert und die Haut beruhigt.

Polidocanol
Polidocanol ist ein Lokalanästhetikum, welches in geringen Dosen in der Hautpflege eingesetzt wird und den Juckreiz lindert.

Lactat
Lactat, besser bekannt auch als Milchsäure, ist ebenfalls ein natürlicher, aktiver Feuchthaltefaktor.

Provitamin B5 / Panthenol
Provitamin B5 ist auch unter dem Namen Dexpanthenol bekannt. Es unterstützt den hauteigenen Regenerationsprozess und wirkt hautbefeuchtend sowie entzündungshemmend. Daher findet man den Wirkstoff in Hautpflegeprodukten für Neurodermitiker, aber auch in Produkten für empfindliche oder irritierte Haut.

Glycerin
Glycerin ist ein natürlicher Hautbefeuchter, der die Haut spürbar weich macht. Es erhöht die Geschmeidigkeit der Haut, beschleunigt die Barriereregeneration und stabilisiert den Hautzustand.

Lipide
Insbesondere bei der Körperreinigung können schon durch eine erhöhte Wassertemperatur epidermale Lipide ausgewaschen werden. Pflege- und Reinigungsprodukte mit rückfettenden, hauteigenen Lipiden können diesen Mangel ausgleichen und vor weiterem Austrocknen schützen. Die Lipide bauen sich zwischen den Zell-Zwischenräumen der Hornschicht ein und stellen so die intakte Zellschicht wieder her. Nur wenn diese Barriereschicht intakt ist, kann die Haut ihre vielfältigen Funktionen richtig erfüllen.

Nachtkerzensamenöl
Nachtkerzensamenöl hat einen hohen Anteil an essenziellen Fettsäuren, besonders Linol- und Gammalinolensäure (Omega-6-Fettsäuren). Dadurch ist es sehr wertvoll für die Regeneration und Revitalisierung der Haut, insbesondere bei Neurodermitis. Es stärkt den hauteigenen Barriereschutz und stabilisiert somit die Haut. Nachtkerzensamenöl wird vornehmlich aus biologisch kontrolliertem Anbau gewonnen, wobei 1g Nachtkerzensamenöl aus 10.000 Samenkörnern gewonnen wird.

Traubenkernnöl
Traubenkernöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren (siehe auch Omega-6-Fettsäuren) sowie Antioxidantien mit antimikrobiellen Eigenschaften. Daher gilt es insbesondere in Kombination mit Nachtkerzensamenöl als sehr wirksam bei Neurodermitis.

Decandiol
Decandiol ist ein antimikrobieller Wirkstoff mit einer sehr guten Wirksamkeit gegen Staphylococcus aureus, einem Bakterium, das auf der Haut von Neurodermitis-Patienten vermehrt vorkommt. Staphylokokken produzieren verschiedene krankheitsauslösende Substanzen wie z.B. Toxine sowie sogenannte "Superantigene", das sind bestimmte Eiweiße, welche für die Auslösung und Unterhaltung von akuten Krankheitsschüben mit verantwortlich gemacht werden. Studien konnten zeigen, dass eine Reduktion der Besiedelung mit Staphylokokken durch antiseptische Maßnahmen zu einer Besserung des Hautzustandes und einem schnelleren Abklingen der Symptomatik führen kann.

Menthol
Menthol ist ein natürlicher Bestandteil von Minzepflanzen (z.B. Pfefferminze) und wird in der Medizin traditionell wegen seiner kühlenden und juckreizlindernden Wirkung eingesetzt. In der Haut aktiviert Menthol spezifische Kälterezeptoren und erzeugt dadurch ein Gefühl von Abkühlung, obwohl sich objektiv die Temperatur der Haut nicht verändert. Die Stimulation der Kälterezeptoren "überlagert" die Aktivität der Juckreiz-leitenden Nervenfasern und führt dadurch zu einer spürbaren Juckreizlinderung.

Menthoxypropandiol
Menthoxypropandiol (oder Menthoxypropanediol) ist eine synthetisch hergestellte Variante von Menthol, die in kosmetischen Formulierungen einen stärker kühlenden Effekt als Menthol aufweist.