Verbreitung von Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis ist die häufigste chronische Hauterkrankung in Deutschland. Immer mehr Menschen, insbesondere Kinder, leiden unter den charakteristischen Symptomen wie trockene, raue Haut, Rötungen, Entzündungen und Juckreiz, die typischerweise an Arm- und Beinbeugen, Ellenbogen, Handgelenken sowie am Hals und Gesicht auftreten. Mediziner schätzen, dass bis  10 Prozent  aller Deutschen, also bis zu 8 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsenenmehr oder minder schlimm von Neurodermitis betroffen sind. Diagnostiziert und dauerhaft betroffen sind ca. 4 Millionen Menschen. Besonders auffällig in der Statistik: Bereits 15 Prozent der siebenjährigen Schulkinder leiden unter Neurodermitis.

 

Verbreitung Neurodermitis Kind

Zunahme der Krankheitsfälle durch zuviel Hygiene?

In den vergangenen Jahren wurde eine stetige Zunahme der Krankheitsfälle bei Kindern festgestellt. Als Ursache wird z.B. die so genannte Hygiene-Hypothese diskutiert, wonach Säuglinge insbesondere in Großstädten erst später und in wesentlich geringerem Umfang mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Das Immunsystem erkennt diese dann als fremd und löst eine Reaktionskette aus, die schließlich zur Sensibilisierung und zum Erscheinen der Krankheitssymptome führt.

Weltweit wird in den industrialisierten Ländern ein  Anstieg der Fälle von Allergien, Autoimmunerkrankungen und chronisch-entzündlicher Erkrankungen registriert. Dazu gehören zum Beispiel Heuschnupfen, Asthma, Morbus Crohn, Multiple Sklerose und auch Neurodermitis. Als mögliche Antwort auf die Frage nach der Ursache gilt die  Hygiene-Hypothese.

Die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen und in unserer Umwelt haben in den zivilisierten Ländern zu "geputzten" Lebensräume geführt. Das  menschliche Immunsystem wird mit immer weniger Antigenen von bakteriellen, parasitären und viralen Erregern konfrontiert. Diese zunehmende Sauberkeit hat möglicherweise einen negativen Einfluss auf die Entwicklung  kindlicher Immunsysteme aus und führt zu Überreaktionen: Das System reagiert  auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen und Nahrungsmittel. Der Rückgang der Infektionskrankheiten in einer Gesellschaft führt demnach gleichzeitig zu einer Zunahme der immunologischen Erkrankungen.

Gestützt wird die Hygiene-Hypothese unter anderem von epidemiologischen Daten. So wurde etwa beobachtet, dass Kinder, die in einer „unreinen“ Umgebung  wie auf einem Bauernhof mit Tieren aufwachsen, seltener von allergischen Erkrankungen betroffen sind.