Psychologische Beratung bei Neurodermitis

Dass die Haut der Spiegel der Seele ist, ist keine neue Erkenntnis. So ist es nicht verwunderlich, dass emotionale und psychologische Aspekte durchaus einen relevanten Einfluss auf den Verlauf der Neurodermitis haben;  und ebenso der Verlauf der Neurodermitis auch einen Einfluss auf die Psyche hat. Ob und in wie weit die Psyche des Patienten in Mitleidenschaft gezogen wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Stellt man einen Zusammenhang zwischen Krankheitsverlauf und Psyche fest, ist eine psychologische Beratung durchaus sinnvoll.

Verhaltenstherapeutische Ansätze machen zum Beispiel dann Sinn, wenn das Kratzen zur Gewohnheit wird und diese Angewohnheit zur Verschlechterung im Krankheitsverlauf beiträgt. Hier wird dann das Therapieziel verfolgt, den Juck-Kratz-Kreislauf unter anderem durch Kratzalternativen und systematische Schulungen zu unterbrechen. In kontrollierten Studien konnte für verhaltenstherapeutische Ansätze eine Wirksamkeit bei Neurodermitis gezeigt werden.

Entspannungsübungen, Stressbewältigung, autogenes Training, Psychotherapien oder auch Familientherapien seien an dieser Stelle als weitere therapeutische Möglichkeiten genannt.

Die Leitlinien für Neurodermitis empfehlen eine psychologische Therapie – v.a. verhaltenstherapeutische Interventionen - bei Patienten mit Neurodermitis individuell zu erwägen.