Schwangerschaft und Neurodermitis

Während Schwangerschaft und Stillzeit wird eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung empfohlen. Diätetische Restriktionen (Meidung von Nahrungsmittelallergenen) während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollen aus Gründen der Prävention nicht erfolgen.
Es gibt Hinweise, dass Fisch in der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft und oder Stillzeit einen schützenden Effekt hinsichtlich der Entwicklung atopischer Erkrankungen beim Kind hat. Fisch sollte Bestandteil der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit sein. Selbstverständlich gelten die Empfehlungen zum Fischkonsum nicht für Frauen mit bekannter oder vermuteter Fischunverträglichkeit.
Quelle: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
Stand: Juli 2014
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Atopische Schwangerschaftsdermatose


Eine atopischen Schwangerschaftsdermatose (Dermatose = medizinischer Fachbegriff für  Hautkrankheit) ist Folge einer bestimmten erblichen Veranlagung, der sogenannten atopischen Diathese (Anfälligkeit des Körpers für eine bestimmte Krankheit oder ein bestimmtes Symptom). Dadurch besteht eine genetisch bedingte Neigung zu Neurodermitis. 
Betroffene Frauen sollten einen Hautarzt zu Rate ziehen. Der Mediziner untersucht die gesamte Haut nach Veränderungen, die auf Schwangerschaftsdermatose hinweisen. In unklaren Fällen entnimmt er Hautproben (Biopsien) zur feingeweblichen Untersuchung und veranlasst spezielle Blutuntersuchungen.
Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann das körpereigene Abwehrsystem so beeinflussen, dass bei Frauen mit einer atopischen Anfälligkeit erstmals Neurodermitis-Ekzeme auftreten oder bereits bestehende sich verschlechtern. Die atopische Schwangerschaftsdermatose entwickelt sich in der Regel in der ersten Schwangerschaftshälfte (75 % der Fälle vor dem dritten Trimester). Für durchschnittlich jede fünfte Betroffene bedeutet die Dermatose eine deutliche Verschlechterung eines schon zuvor bestehenden atopischen Ekzems. Bei etwa 80 Prozent der Patientinnen hingegen tritt das atopische Ekzem überhaupt erstmalig auf.


Die atopische Schwangerschaftsdermatose äußert sich in etwa zwei Drittel der Fälle in Form flächiger Rötungen an Körperstellen, die typisch für ein atopisches Ekzem sind:

  • Gesicht
  • Hals
  • Ellenbeugen
  • Kniekehlen
  • Dekolletee


Bei vielen Betroffenen treten hautfarbene oder leicht gerötete Knötchen (Pappeln) auf. Sie können nur wenige Millimeter klein, aber in großer Anzahl über Oberkörper, Arme und Beine verteilt sein. Andere werden bis zu einem Zentimeter groß und treten vor allem am Rücken und an Armen und Beinen auf. Alle Formen der atopischen Schwangerschaftsdermatose werden von starkem Juckreiz und trockener Haut begleitet.
Wenn eine von Neurodermitis betroffene Mutter später erneut schwanger wird, leidet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut an einer atopischen Schwangerschaftsdermatose. Die Gesundheit des ungeborenen Kindes ist durch die Hautkrankheit nicht gefährdet.
Da diese Veranlagung aber an die nächste Generation weitergegeben wird, hat das Kind ein erhöhtes Risiko, im Laufe seines Lebens ebenfalls allergische Krankheiten zu entwickeln.

 

Frauen mit Neigung zu einer atopischer Schwangerschaftsdermatose sollten es vermeiden, dass ihre Haut austrocknet: Sie sollten lieber kurz duschen als ausgiebig baden und anstelle einer alkalischen Seife eine milde hautfreundliche Waschlotion verwenden. Außerdem sollten die Betroffenen morgens und abends sowie nach jedem Duschen die Haut mit einer rückfettenden Salbe, Creme oder Lotion pflegen. Wenn eine atopische Schwangerschaftsdermatose konsequent behandelt wird, bessern sich die Hautveränderungen meistens innerhalb einiger Tage.

Sollte der Juckreiz nicht nachlassen, unbedingt einen Hautarzt um Rat fragen.