Hautreinigung bei Neurodermitis

Für Neurodermitis-Patienten ist die korrekte Hautreinigung bei der täglichen Körperpflege ein wesentliches Therapieelement. Fehler bei der Hautreinigung können den Oberflächenzustand des größten menschlichen Organs verschlechtern oder sogar erneute Neurodermitis-Schübe auslösen. Eine richtige Reinigungsprozedur kann dagegen dazu beitragen, einen erreichten positiven Hautzustand zu stabilisieren.


Die tägliche Hautreinigung dient vorrangig der Entfernung von Schmutz, Keimen, abgestorbenen Hautpartikeln und Resten von Shampoo und anderer Pflegeprodukte. Hornhautschuppen, angesiedelte Mikroben, krustige Beläge und Entzündungen belasten die Haut bei atopischem Ekzem besonders und können möglicherweise sogar weitere Immunreaktionen auslösen. Die Hautoberfläche sollte daher regelmäßig gereinigt werden, um diese Substanzen zu entfernen.

 

Bei der Körperreinigung ist grundsätzlich darauf zu achten, dass die Haut vor dem Austrocknen geschützt und nicht durch aggressive Stoffe (z.B. Tenside) zusätzlich irritiert wird.

Wasserqualität, Härtegrad, Temperatur

Auch auf die Wasserqualität sollte bei Neurodermitis  geachtet werden. Der Härtegrad darf nicht zu hoch sein, denn je härter das Wasser ist, umso irritierender wirkt es auf die Haut von Neurodermitis-Patienten. Bei ausgeprägten Fällen sollte man u.U. über eine Entkalkung des Wassers nachdenken.

Die Härte des Wassers hängt von dem Gehalt an Calcium- und Magnesiumverbindungen ab. Je höher, desto härter ist das Wasser. Der  Härtegrad spielt unter anderem beim Waschen der Wäsche eine erhebliche Rolle. Je weicher, desto weniger  Waschmittel ist erforderlich.

Auch die Wassertemperatur sollte nicht zu hoch gewählt sein, am besten nicht über 35°C. Dann laugen die oberen Hautschichten nicht so stark aus. Zusätzlich wird die Haut leicht gekühlt, Juckreiz und Entzündungsreaktionen werden gelindert. Auch zu langes Baden oder Duschen wirkt sich ungünstig auf den Hautzustand aus.

Experten-Information

In der medizinischen Hautpflege wird zwischen Emulsions- und Spreitungsölbädern unterschieden:
Bei den Emulsionsbädern sind die Lipidtröpfchen mittels eines zugesetzten Emulgators als kleine Tröpfchen im Badewasser sehr fein verteilt. Beim Spreitungsölbad sind keine emulgierenden Substanzen zugesetzt, daher schwimmt der Ölfilm auf der Wasseroberfläche und legt sich vor allem beim Verlassen der Badewanne wie eine Schutzschicht auf die Haut. In beiden Fällen sollte die Ölschicht nach dem Baden oder Duschen weitgehend auf der Haut verbleiben und nicht durch zu starkes Abtrocknen gleich wieder abgerubbelt werden.

Eigenschaften rückfettender Produkte

Zur Hautreinigung sollten bevorzugt sehr milde Reinigungsprodukte mit einem hautfreundlichen pH-Wert verwendet werden, die den Säureschutzmantel der Haut nicht angreifen. Besonders geeignet sind Reinigungsprodukte mit einem hohen Anteil an rückfettenden Substanzen, wie medizinische Ölbäder (Ölanteil ca. 80  bis 90 Prozent) und Duschöle (Ölanteil bei 65 Prozent).

Speziell für Säuglinge eignen sich Duschöle als Badezusatz, die einen hohen Anteil (65 Prozent) an pflegenden Lipiden enthalten.
Generell empfehlen wir, Duschöle ab einem Lipid-Anteil von 50 Prozent zu benutzen. Zum Vergleich: Bei einigen handelsüblichen Standardduschgels liegt der Wert bei unter einem Prozent.

Sanfte Behandlung vermeidet Haut-Irritationen

Die Haut sollte nach der Reinigung vorsichtig abgetupft werden.
Raue Handtücher, Massagehandschuhe und -schwämme oder gar Peelings sind für Neurodermitiker definitiv nicht zu empfehlen.
Beim Abtrocknen möglichst nur vorsichtig abtupfen, nicht rubbeln. Eine anschließende Pflege tut der Haut besonders gut.

Wichtig:
Auf das Baden oder Duschen sollte dann direkt die Basistherapie folgen, um der Austrocknung der Haut vorzubeugen. Am besten werden die Pflegeprodukte auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen: Dadurch wird der Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht. Zudem lassen sich reichhaltigere Pflegeprodukte leichter und gleichmäßiger verteilen.

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