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Möglicherweise werden Sie im Kindergarten oder in der Schule auf Ihr Kind und seine Probleme angesprochen. Ihr Kind ist vielleicht durch Unruhe, Müdigkeit oder reizbare Stimmung aufgefallen. Erklären Sie den Erziehern/Lehrern die Belastungen durch die Neurodermitis, und dass Ihr Kind unter Schlafstörung und Schlafmangel zu leiden hat. Informieren Sie über die durch den Juckreiz bedingten Einschlafschwierigkeiten und die Unterbrechung des Schlafes durch nächtliche Aktionen wie Eincremen und feuchte Wickel. Fehlendes Konzentrationsvermögen am Tage kann ebenfalls durch den Juckreiz verursacht bzw. verstärkt werden.
Kinder mit einer Hausstaubmilbenallergie können in staubigen und allergenbelasteten Räumen schon nach kurzer Zeit mit Juckreiz oder Atemwegsbeschwerden reagieren.
Die Hausstaubmilben finden optimale Lebensbedingungen bei Temperaturen von 25-28° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70-80%. Als klassische Staubfänger im Gruppenraum oder Klassenzimmer dienen Teppiche, schwere Vorhänge, Polstermöbel und offene Regale, im Kindergarten auch Stofftiere.
Die Allergenbelastung kann durch die Schaffung von für die Hausstaubmilbe ungünstigen Lebensbedingungen (z.B. niedrige relative Luftfeuchtigkeit; und Raumtemperatur) reduziert werden. Im Kindergarten und in der Schule wird dies durch regelmäßige Kontrolle der Raumbedingungen und Pausen, in denen für frische, kühle Luft gesorgt wird, erreicht.
Nahrungsmittel, auf die eine Unverträglichkeit oder Allergie bekannt ist, sollten den Betreuern bekannt sein und müssen auch in kleinsten Mengen gemieden werden. Tiere im Klassenzimmer oder in Gruppenräumen sind zu vermeiden. Der Kontakt mit Tieren kann bei sensibilisierten Kindern mit Neurodermitis Hautreaktionen sowie Atemwegsbeschwerden auslösen.
Sehr schlechter Zustand der Haut bzw. Entzündung der Haut im Bereich der Armbeugen und Kniekehlen führt bei Bewegung zu Spannung und manchmal auch zu Schmerzen. Schwitzen und Körpererwärmung verstärken den Juckreiz und das Kratzen; die durch die Verletzung der Haut entstehenden Kratzspuren oder offenen Hautstellen begünstigen eine erhöhte bakteriellen Besiedelung mit Keimen, die weiter zur Verschlechterung des Hautbildes beitragen können.
Kinder leiden in Schüben der Neurodermitis oft unter Schlafmangel und sind in Folge mü̈de und unkonzentriert. Dadurch steigt das Verletzungsrisiko. Bis sich der Hautzustand wieder stabilisiert hat, kann eine Befreiung vom Sportunterricht empfehlenswert sein.
Daher sollten Erzieher und Sportlehrer über den aktuellen Gesundheitszustand des Kindes und bei Bedarf über die obengenannten Fakten informiert werden, damit sie reagieren und Verständnis für das Kind zeigen können. In manchen Fällen führt der Sport aber auch zu einer gewissen Entlastung und wird als angenehm empfunden. Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad der Symptome und der individuellen Disposition ab.
Kinder mit Neurodermitis leiden häufig unter Asthma, deren Symptome durch körperlichen Anstrengung oder intensive Exposition mit Pollen verstärkt auftreten können. Neurodermitiker können zusätzlich eine erhöhte Reizbarkeit der Atemwege beispielweise durch kalte Luft oder Nebel, vor allem bei Sportaktivitäten im Freien aufweisen.
Der Schwimmunterricht sollte bei Neurodermitis nach Möglichkeit vermieden werden, da das Chlorwasser die Haut reizt und zu einer verstärkten Austrocknung führt.
Obwohl häufig eine Verschlechterung des Hautbildes in Zusammenhang mit Schwimmen im Schwimmbad bei Kinder mit Neurodermitis berichtet oder beobachtet wird, ist die Möglichkeit an Sport und Freizeitaktivitäten, inklusive Schwimmen, teilzunehmen für die normale Entwicklung des Kindes sehr wichtig.
Ob Schwimmunterricht konkret bei Ihrem Kind in Frage kommt, hängt vor allem vom Hautzustand und Krankheitsschweregrad ab. Der Schwimmunterricht ist im entzündlichen Stadium der Neurodermitis zu meiden, da das Chlorwasser die Haut reizt und verstärkt zu Beschwerden und Verschlechterung der Hautbarrierefunktion führt.
Falls das Kind z. B. im symptomfreien Intervall doch am Schwimmunterricht teilnimmt, sollte die Haut danach unbedingt mit reinem Wasser abgeduscht werden und mit einer schützenden Creme eingecremt werden.
Bei Teilnahme am Sportunterricht ist anschließendes Duschen es ebenfalls von Vorteil.
Wegen Austrocknung der Haut wird Duschen mit heißem Wasser sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen mit Neurodermitis nicht empfohlen, verwenden Sie möglichst rückfettende Duschöle.
Kinder sind neugierig und unbefangen, aber manchmal auch grausam in ihrer Offenheit. Die Ekzemhaut des Neurodermitikers wird oft mit Spott bedacht. Hier hilft Aufklärung. Die Betroffenen sollten von ihren Eltern, Lehrern und Erziehern ermutigt werden, selbst ihre Beschwerden zu erklären, sie können das meist am besten, sogar schon im Kindergartenalter. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und fördert den Kontakt zu den anderen Kindern.