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Neurodermitis ist eine der drei Erkrankungen des atopischen Formenkreises, zu dem auch Asthma bronchiale und Heuschnupfen (allergische Rhinitis) zählen. Häufig treten diese Krankheiten gemeinsam oder im Laufe des Lebens nacheinander auf.
Neurodermitis hat viele „Fachnamen,“ so spricht man auch von atopischer Dermatitis, atopischem Ekzem oder endogenem Ekzem.
Atopia (griech.) bedeutet Ortlosigkeit oder nicht zuzuordnen, Ekzema (griech.) Aufgegangenes.
Die genaue Ursache ist bis heute nicht erforscht. Nachgewiesen ist, dass die Veranlagung genetisch vererbt wird. Durch einen genetischen Enzym-Defekt kommt es zu einer Stoffwechselstörung, die zu einem Mangel an essentiellen Fettsäuren führt. Durch die Schwächung dieser Schutzbarriere können hautreizende Substanzen und Allergene leichter in die Haut eindringen. Mehr dazu unter dem Thema Hautveränderung.
Bestimmte individuelle Faktoren wie zum Beispiel Stress, Klimaveränderungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten lösen die Krankheitsschübe aus. Diese gilt es herauszufinden, und sich dementsprechend im Lebensstil darauf einzustellen.
Das Erscheinungsbild beinhaltet Entzündungen, Feuchtigkeitsverlust, trockene raue Haut verbunden mit einem meist starken Juckreiz. Die Krankheit tritt in Schüben von unterschiedlicher Dauer und Stärke auf – häufig ohne direkt erkennbaren Grund. Sie werden häufig von Unruhe, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und anderen psychischen Folgeerscheinungen begleitet.
Besonders die Armbeugen, die Kniekehlen sowie die Hals- und Gesichtspartie sind anfällig für Juckreiz und Ekzem.
Abhängig vom Lebensalter zeigt sich die Erkrankung an unterschiedlichen Stellen. Neurodermitis beim Kind zeigt sich anders ausgeprägt als beim Säugling.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen können die Symptome am ganzen Körper auftreten.
Der Verlauf der Neurodermitis verändert sich mit dem Lebensalter. Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, sie verschwindet jedoch bei ca. 50% aller betroffenen Babys innerhalb der ersten zwei Lebensjahre. Die Schübe können allerdings später wieder auftauchen, in der Pubertät oder im späteren Erwachsenenalter.
Die Symptome klingen bei vielen Patienten auch mit dem Ende der Pubertät ab und verschwinden bis Ende das 30. Lebensjahres ganz.
Die Haut bleibt empfindlich, trocken und pflegeintensiv.
Die Besiedelung der empfindlichen und oft rissigen Haut mit Bakterien, Staphylococcus aureus oder Pilzen z.B Malassezia, ein Hefepilz, führt zu einer wechselseitigen Verschlechterung des Hautbildes.
Durch den Juckreiz der Haut wird gekratzt. Es ist vor allem das Kratzen, das zu weiteren Schwierigkeiten führt.
Durch starkes Kratzen, vor allem nachts, entstehen wunde, teils blutiggekratzte Hautareale, die zu Nässen und Entzündungen neigen.
Hier gilt es, in erster Linie die akuten Herde auszuheilen und weiteres Kratzen zu vermeiden, d.h. den Juck-Kratz-Kreislauf zu unterbinden.